Ursachen einer Polyneuropathie
Die Ursache zu kennen ist der wichtigste Hebel: Sie entscheidet darüber, ob sich der Verlauf beeinflussen lässt. Hier finden Sie die häufigsten Auslöser und was sich jeweils tun lässt.
Diabetes mellitus
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die feinen Gefäße, die die Nerven versorgen. Betroffen sind zuerst die längsten Fasern – deshalb beginnt die diabetische Neuropathie fast immer an den Füßen. Der wirksamste Hebel ist eine stabile Blutzuckereinstellung, ergänzt um jährliche Fußkontrollen.
Alkohol
Alkohol wirkt doppelt: Er schädigt Nervenzellen direkt und führt gleichzeitig zu einem Mangel an B-Vitaminen, weil Aufnahme und Verwertung gestört sind. Eine deutliche Reduktion oder Abstinenz ist hier die einzige ursächliche Maßnahme.
Vitamin-B12-Mangel und andere Nährstofflücken
Vitamin B12 wird für die Myelinschicht der Nerven gebraucht. Ein Mangel entsteht durch vegane Ernährung, Magenoperationen, chronische Gastritis oder langfristige Einnahme von Metformin und Magensäureblockern. Auch Folsäure, Kupfer und Magnesium spielen für die normale Funktion des Nervensystems eine Rolle.¹
Medikamente und Chemotherapie
Bestimmte Chemotherapeutika lösen eine chemotherapieinduzierte Polyneuropathie (CIPN) aus. Auch einige Antibiotika und Medikamente gegen Tuberkulose können Nerven belasten. Setzen Sie solche Medikamente niemals eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie Beschwerden aktiv in der Behandlung an.
Weitere Auslöser
- Nierenerkrankungen und Dialysepflicht
- Schilddrüsenunterfunktion
- Autoimmunerkrankungen wie Guillain-Barré-Syndrom oder CIDP
- Infektionen, etwa Borreliose oder Gürtelrose
- Erbliche Formen wie die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung
- Belastung mit Schwermetallen oder Lösungsmitteln
Wenn keine Ursache gefunden wird
Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen bleibt die Ursache trotz vollständiger Diagnostik unklar. Das ist frustrierend, aber kein Grund zur Resignation: Auch dann lassen sich Beschwerden lindern, Stürze vermeiden und die Nährstoffversorgung des Nervensystems gezielt unterstützen.
Welche Werte sinnvoll geprüft werden
- Nüchternblutzucker und HbA1c
- Vitamin B12, idealerweise ergänzt um Holo-Transcobalamin
- Folsäure
- Nierenwerte (Kreatinin, eGFR)
- Schilddrüsenwert TSH
- Leberwerte, insbesondere bei Alkoholkonsum
Häufige Fragen
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¹ Vitamin B12, Folsäure, Kupfer und Magnesium tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Leonexin® Komplex ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, eine gesunde Lebensweise oder eine ärztliche Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlichen Rat einholen.