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Polyneuropathie: Symptome, Ursachen und Verlauf

Polyneuropathie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen – und wird trotzdem oft spät erkannt. Dieser Überblick erklärt, was im Körper passiert, woran Sie eine Nervenschädigung erkennen und welche Schritte sinnvoll sind.

5 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: August 2026Redaktionell geprüft

Was hinter dem Begriff steckt

„Poly“ heißt viele, „Neuropathie“ bedeutet Nervenerkrankung. Betroffen sind die peripheren Nerven – also alle Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Sie leiten Empfindungen aus Haut, Muskeln und Organen zum Gehirn und Bewegungsbefehle zurück. Werden sie geschädigt, gehen Signale verloren oder es entstehen falsche Signale wie Kribbeln und Brennen.

Typisch ist das sogenannte strumpfförmige Muster: Die Beschwerden beginnen symmetrisch an beiden Füßen und wandern langsam nach oben, später kommen die Hände dazu („Handschuhmuster“).

Die häufigsten Symptome

  • Kribbeln oder Ameisenlaufen in Füßen und Zehen
  • Taubheitsgefühl, „Watte unter den Füßen“
  • Brennende Schmerzen, oft nachts stärker
  • Überempfindlichkeit gegenüber Berührung, selbst der Bettdecke
  • Unsicherer Gang, besonders im Dunkeln
  • Muskelschwäche und Wadenkrämpfe
  • Verminderte Temperatur- und Schmerzwahrnehmung

Häufige Ursachen

UrsacheHintergrund
Diabetes mellitusHäufigste Ursache in Deutschland; hoher Blutzucker schädigt kleine Gefäße und Nerven
AlkoholDirekte Nervenschädigung plus Nährstoffmangel, vor allem an B-Vitaminen
Vitamin-B12-MangelGestörte Aufnahme, vegane Ernährung oder Medikamente wie Metformin
ChemotherapieBestimmte Wirkstoffe schädigen Nervenfasern (CIPN)
Nieren- oder SchilddrüsenerkrankungenStoffwechselbedingte Schädigung der Nerven
Unbekannt (idiopathisch)Bei einem erheblichen Teil der Fälle lässt sich keine Ursache finden

So läuft die Diagnose ab

  1. Gespräch zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Alkohol und Medikamenten
  2. Neurologische Untersuchung: Reflexe, Vibrationsempfinden mit der Stimmgabel, Temperatur- und Berührungstest
  3. Blutuntersuchung: Blutzucker/HbA1c, Vitamin B12, Nieren- und Schilddrüsenwerte
  4. Elektroneurografie (Messung der Nervenleitgeschwindigkeit)
  5. In Einzelfällen weiterführende Diagnostik in der Neurologie

Verlauf und Prognose

Eine Polyneuropathie entwickelt sich meist über Monate bis Jahre. Entscheidend ist, wie früh die Ursache angegangen wird: Ein behobener B12-Mangel oder eine deutlich bessere Blutzuckereinstellung können den Verlauf spürbar verändern. Bereits abgestorbene Nervenfasern regenerieren nur langsam und begrenzt – deshalb zählt jede Woche, in der weitere Schäden vermieden werden.

Was Betroffene selbst tun können

  • Blutzucker konsequent einstellen lassen und regelmäßig kontrollieren
  • Alkohol reduzieren oder ganz weglassen
  • Täglich bewegen: Gehen, Radfahren, Balanceübungen
  • Füße täglich auf Druckstellen und Verletzungen kontrollieren
  • Gut sitzende, weiche Schuhe tragen
  • Nährstoffversorgung des Nervensystems im Blick behalten, insbesondere Vitamin B12¹

Wann Sie zeitnah ärztlich abklären lassen sollten

Bei plötzlich auftretenden Beschwerden, einseitigen Symptomen, rasch zunehmender Schwäche, Lähmungen oder offenen Wunden an den Füßen sollten Sie nicht abwarten. Auch anhaltende nächtliche Schmerzen gehören abgeklärt.

Häufige Fragen

¹ Vitamin B12, Folsäure, Kupfer und Magnesium tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Leonexin® Komplex ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, eine gesunde Lebensweise oder eine ärztliche Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlichen Rat einholen.